Repräsentanzbüro Gansu
Die Arbeit des Büros der Hanns-Seidel-Stiftung in der Provinz Gansu konzentriert sich auf die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen im Bereich der beruflichen Bildung. Im Rahmen der Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen konzentrieren wir unsere Aktivitäten auf eine nachhaltige Bildung, die darauf abzielt, die Schüler/-innen zu befähigen, verantwortungsbewusste Entscheidungen zu treffen. So sollen die Absolventen in die Lage versetzt werden soziale, ökonomische und ökologische Verantwortung in ihrem täglichen Leben, in der Arbeitswelt und in der Gesellschaft zu übernehmen. Dabei werden Aspekte des Umwelt- und Klimaschutzes, der gleichberechtigten Teilhabe aller Menschen an der Bildung sowie die Förderung von Bildungsqualität und Chancengleichheit auf der Basis transparenter Entwicklungs- und Entscheidungsprozesse im Bereich der Bildung gleichermaßen berücksichtigt.
Projektziele
Studierende beruflicher Mittelschulen und Colleges, welche keine Hochschulzugangsberechtigung haben, werden in der chinesischen Gesellschaft von vornherein als Verlierer stigmatisiert. Um die Attraktivität der beruflichen Ausbildung zu steigern, soll in unseren Partnerschulen eine Berufsausbildung durchgeführt werden, welche die Chancen der Absolventen beruflicher Mittelschulen und Colleges, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, nachhaltig verbessert. Dies ist insbesondere für diejenigen von Bedeutung, die – zunächst allein auf Grund der Tatsache, dass sie keinen Hochschulabschluss haben – auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt sind. Dies bildet die Grundlage für eine deutliche Erhöhung der Teilhabegerechtigkeit in der chinesischen Gesellschaft. Die vorherrschende Berufsausbildung bereitet die Studierenden in China dagegen zu wenig auf ihr späteres Leben vor, wird zum Großteil in schulischer Form geleistet, ist stark theorielastig und findet häufig im Vorlesungsbetrieb statt. Deshalb konzentrieren wir unsere Aktivitäten auf die Förderung handlungs- und schülerorientierter Lehrmethoden des Ausbildungspersonals. Dies beinhaltet die pädagogische Beratung und Unterstützung von Bildungseinrichtungen sowie die Verbesserung der Bildungsqualität durch die Implementierung und Evaluierung von Qualitätsstandards in unseren Partnereinrichtungen.
Projektbeschreibung
Fortbildung von Lehrpersonal beruflicher Mittelschulen und Colleges
Eine zukunftsorientierte Berufsausbildung erfordert zeitgemäß ausgebildetes Lehrpersonal. Das chinesische Lehrpersonal ist aufgrund seiner überwiegend fachtheoretischen Ausbildung nicht optimal für den Lehrberuf qualifiziert. Praktische Anteile kommen daher im Unterricht kaum vor. Aus diesem Grund wird das Lehrpersonal von uns in Fortbildungszentren in China methodisch und didaktisch in handlungsorientierten Unterrichtsmethoden weitergebildet. Ziel ist ein praxisnaher und schülerorientierter Unterricht, der die Problemlösefähigkeit der Auszubildenden fördert und dazu beiträgt, dass die Auszubildenden lernen, Verantwortung für sich selbst, für den Arbeitsprozess, für die Umwelt und für ihre Mitmenschen zu übernehmen und so ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Die Berücksichtigung von Themen zum Klima- und Umweltschutz ist dabei genauso selbstverständlich wie die Vermittlung von Unterrichtsmethoden, welche besonders lernschwächere Auszubildende fördern.
Begleitung bei der Entwicklung von didaktischen Kompetenzzentren
Unser Büro der Hanns-Seidel-Stiftung in der Provinz Gansu arbeitet schon immer eng mit sogenannten Stützpunktschulen zusammen. Dabei handelt es sich um berufliche Mittelschulen und Colleges in China, die in methodisch-didaktischen Fragen individuell beraten werden. Darauf aufbauend können dann gezielte Lehrerfortbildungen für handlungs- und schülerorientierte Unterrichtsmethoden angeboten werden. Ein Schwerpunkt unserer aktuellen Arbeit ist der Ausbau dieser Stützpunktschulen zu didaktischen Kompetenzzentren, wodurch unsere bisherige Zusammenarbeit weiter vertieft werden soll. Im Fokus steht dabei zunächst die Einrichtung einer Pilotklasse, in der Unterricht an konkreten Lernsituationen im chinesischen Kontext erprobt, verbessert und angepasst werden kann. Durch Beratungsgespräche und gezielte Fortbildungsmaßnahmen mit Experten soll auf diese Weise eine didaktische Jahresplanung und Unterrichtsmaterialien entwickelt werden, die an die Rahmenbedingungen der jeweiligen Bildungseinrichtung angepasst sind und dann auf andere Klassen übertragen werden können. Parallel dazu soll ein dynamischer Schulentwicklungsprozess angestoßen werden, der die Qualität des Unterrichts auch bei sich ändernden Rahmenbedingungen verbessern kann. Dieses Wissen soll dann an andere berufliche Mittelschulen und Colleges weitergegeben werden.
Anschrift
Hanns-Seidel-Stiftung e.V.
Repräsentanzbüro Gansu
Jie Fang Lu 66
735000 Jiuquan
Provinz Gansu
VR China
Leitung: Georg Stadler
Tel.: +86 93 72 68 93 75
E-Mail: Gansu@hss.de