Brücken bauen in Zeiten globaler Herausforderungen
Deutsch-chinesischer Austausch zu Governance, Sicherheit und Zusammenarbeit
Im Zentrum des Programms standen Gespräche mit Expertinnen und Experten aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Diskutiert wurden zentrale Fragen der internationalen Ordnung, der deutsch-chinesischen Beziehungen sowie sicherheits- und wirtschaftspolitische Herausforderungen.
Bereits zum Auftakt in Berlin zeigten sich die unterschiedlichen Perspektiven deutlich: Beim Austausch am Wissenschaftszentrum Berlin mit Prof. Matthew Stephens (Helmut-Schmidt-Universität Hamburg) und Prof. Wu Zhicheng (Delegationsleiter) wurden Fragen globaler Governance, multilateraler Institutionen und Machtverschiebungen kontrovers, aber konstruktiv diskutiert. Einigkeit herrschte darin, dass die internationale Ordnung reformbedürftig ist – wie diese Reform aussehen soll, blieb hingegen umstritten.
Austausch am Wissenschaftszentrum Berlin
Auch in Gesprächen mit außenpolitischen Fachleuten der Stiftung Wissenschaft und Politik sowie mit Alexander Radwan, CSU, Mitglied des Deutschen Bundestags, spiegelte sich das Spannungsfeld wider, in dem sich Europa, China und die USA derzeit bewegen. Themen wie der Ukrainekrieg, die Rolle Chinas und Europas im Nahostkonflikt oder das Verhältnis von wirtschaftlicher Kooperation und politischer Systemkonkurrenz wurden offen angesprochen. Dabei wurde deutlich, dass Vertrauen, Klarheit und Dialogbereitschaft entscheidend für die Zukunft gemeinsamer Beziehungen sind.
Besuch des Deutschen Bundestags
Der Wechsel nach München brachte neue Akzente: Mit Blick auf innenpolitische Entwicklungen, etwa bei der Bundestagswahl oder der Parteistruktur in Deutschland, wurde deutlich, wie unterschiedlich politische Prozesse in beiden Ländern verlaufen – und wie wichtig gegenseitige Einordnung und Kontextualisierung sind. In Gesprächen mit Landtagsabgeordneten, Vertretern der Wirtschaft sowie mit der Akademie für Politische Bildung Tutzing standen strategische Partnerschaften, wirtschaftliche Resilienz und sicherheitspolitische Fragen im Mittelpunkt.
Mit Blick auf innenpolitische Entwicklungen bei der Hanns-Seidel-Stiftung
Besonders wertvoll waren die persönlichen Begegnungen: hier wurde deutlich, dass jenseits von politischen Spannungen menschliche Kontakte und kulturelles Verständnis trotz inhaltlicher Differenzen eine stabile Grundlage für Kooperation sein können.
Begleitet wurde das Programm von Besuchen zentraler Erinnerungsorte deutscher Geschichte – etwa der Berliner Mauer und dem Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Diese historischen Kontraste gaben dem politischen Austausch eine zusätzliche Tiefenschärfe und halfen, die deutsche Perspektive auf Frieden, Verantwortung und Demokratie besser nachvollziehen zu können.
Gruppenfoto bei IHK für München und Oberbayern
Die Woche machte deutlich: Trotz aller Unterschiede ist der Dialog nicht nur möglich, sondern notwendig. Nur durch offene Gespräche, kritisches Nachfragen und respektvolle Begegnungen können Brücken gebaut werden – für eine Zukunft, die nicht durch Misstrauen, sondern durch gegenseitiges Verständnis geprägt ist.