Fortbildung zum Kapazitätsaufbau für Kommunalbeamtinnen in China und Deutschland
Austausch und gegenseitiges Lernen zur Stärkung der Frauenförderung
An dem Kurs nahmen insgesamt 50 Kommunalbeamtinnen aus den Frauenverbänden der verschiedenen Bezirke der Provinz Yunnan teil. Der fünftägige Kurs verband systematischen Unterricht, den Austausch zwischen China und Deutschland, Besichtigungen vor Ort und Fallstudien und schuf so eine internationale Plattform für Lernen, Austausch und Zusammenarbeit, um die Gleichstellung der Geschlechter, die Stärkung der Frauen und Innovationen in der Verwaltung zu fördern.
Bei der Eröffnungszeremonie der Schulung hielten Frau Cai Lin, Leiterin des Europareferats der Abteilung für Internationale Kooperation des ACFVs, und Frau Debora Tydecks-Zhou, Chefrepräsentantin des Pekinger Büros der HSS, jeweils eine Rede. In ihren Ansprachen betonten beide Seiten, dass zwischen China und Deutschland ein großes Potenzial für die Zusammenarbeit in den Bereichen Förderung der Geschlechtergleichstellung, Unterstützung der Entwicklung von Frauen sowie Verbesserung der Familien- und Gemeindedienste bestehe. Sie äußerten die Hoffnung, durch diese Fortbildung eine Brücke für den praktischen Austausch zu schlagen, um den Kommunalbeamtinnen auf lokaler Ebene dabei zu helfen, ihren internationalen Horizont zu erweitern, ihre fachlichen Kompetenzen zu verbessern und fortschrittliche Konzepte sowie bewährte Erfahrungen in ihre praktische Arbeit einzubringen.
Im Rahmen dieser Schulung hielten die chinesischen Experten der Frauenuniversität Vorträge zu zentralen Themen wie den Leitgedanken des Weltfrauen-Gipfels, der im Oktober 2025 in Peking stattfand, den politischen Rahmenbedingungen Chinas zu Frauen, Kindern und der Arbeit der Frauenverbände, der Förderung von Familienerziehung und Familienwerten, der Rolle von Frauenverbänden in der sozialen Basisverwaltung, dem Gesetz zum Schutz der Rechte und Interessen von Frauen, der grundlegenden staatlichen Politik der Gleichstellung der Geschlechter und der Gender-Mainstreaming-Strategie sowie den Methoden und Kompetenzen der Frauenförderung. Der Lehrplan legte sowohl Wert auf theoretische Grundlagen als auch auf praktische Anwendbarkeit und behandelte detailliert Arbeitsmethoden in den Bereichen Schutz der Frauenrechte, Schlichtung von Konflikten, Förderung einer Familienkultur, Aufbau von Dienstleistungsnetzwerken auf lokaler Ebene, Förderung der Erwerbstätigkeit von Frauen sowie Fürsorge und Schutz von Kindern. Dies half den Teilnehmerinnen, die Ausrichtung ihrer Arbeit klarer zu erkennen und ihre Fähigkeiten in der Umsetzung von Politik sowie in der Arbeit mit der Gesellschaft zu verbessern.
Online-Austausch mit deutscher Expertin
Deutsche Expertinnen hielten Online-Vorträge zu speziellen Themen und stellten jeweils die Praxis des „Girls' Day“-Projekts sowie das deutsche System der Gleichstellungspolitik vor. Das seit 2001 laufende „Girls' Day“-Projekt mit dem speziellen Fokus „Ich werde Chefin“ wird von der Industrie- und Handelskammer München und Oberbayern geleitet und verbindet Schülerinnen und Unternehmerinnen, um ihnen Rollenvorbilder, Einblicke in Unternehmen und praktische Aktivitäten vorzustellen. Damit sollen Sie die Möglichkeit erhalten, in MINT Berufe hineinzuschnuppern, erkennen können, dass auch Frauen in eher geschlechteruntypischen Berufen erfolgreich sein können und auch Frauen genauso gut wie Männer Unternehmen gründen und / oder führen können.
Deutschland hat auf gesetzlicher Grundlage Sicherungsmechanismen wie Elternzeit, Familienbeihilfen und gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit geschaffen, Beauftragte für Gleichstellung eingesetzt und das Umfeld für die Beschäftigung und Entwicklung von Frauen kontinuierlich verbessert, wodurch den Teilnehmerinnen der Schulung internationale Erfahrungen als Vorbild geboten wurden.
Während der Schulungswoche besuchten die Teilnehmerinnen zudem den Allchinesischen Frauenverband, das Chinesische Museum für Frauen und Kinder sowie das Nationalmuseum, um im Rahmen von Exkursionen einen tiefen Einblick in die Entwicklung der Frauenbewegung in China und die Ergebnisse des internationalen Austauschs zu gewinnen und so ihr Verantwortungsbewusstsein und ihre Berufung für die Frauenarbeit weiter zu stärken.
Übergabe der Zertifikate an die Teilnehmerinnen
Bei der Abschlussfeier berichteten vier Teilnehmerinnen nacheinander über ihre Lernerfahrungen und praktischen Ideen und stellten so umfassend die Lernergebnisse sowie die Anwendungsmöglichkeiten dieser Fortbildung dar. Frau Cai Lin des Allchinesischen Frauenverbands, und Frau Debora Tydecks-Zhou der HSS, überreichten gemeinsam allen Teilnehmerinnen die Abschlusszertifikate, würdigten ihre Lernergebnisse und ermutigten sie, das Gelernte nach ihrer Rückkehr an ihren Arbeitsplätzen anzuwenden, um ihre Fähigkeiten im Dienst an Frauen und Kindern konkret zu verbessern.
Die Teilnehmerinnen gaben an, dass sie nach ihrer Rückkehr an ihre Arbeitsplätze in den verschiedenen Kreisen und Bezirken von Yunnan das Gelernte eng mit den lokalen Gegebenheiten verknüpfen werden. Ausgehend von praktischen Bereichen wie der Verwaltung von Gemeinden, der Weitergabe von Familientraditionen, der Förderung von Einheit und Stabilität in ethnischen Grenzregionen sowie den Beiträgen von Frauen in charakteristischen Industriezweigen werden sie Dienstleistungszentren wie „Frauenhäuser“ und „Frauen-Mikrozentren“ kontinuierlich verbessern und Mechanismen zur Konfliktmediation, Beschäftigung von Müttern, Kinderbetreuung und den Schutz von Rechten und Interessen. Durch die organische Verbindung internationaler Erfahrungen mit lokalen Praktiken soll die Zielgerichtetheit und Wirksamkeit der Förderung von Frauen in lokalen Kontexten kontinuierlich verbessert werden.