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Im Dialog über Alter und Pflege
Deutsch-chinesischer Fachaustausch zu alternden Gesellschaften

Die Hanns-Seidel-Stiftung befasst sich seit vielen Jahren mit den gesellschaftlichen Auswirkungen des demografischen Wandels und fördert den fachlichen Austausch zwischen Deutschland und China zu diesem Themenfeld. Vor diesem Hintergrund fand vom 4. bis 7. September 2026 in Peking ein mehrtägiges Besuchs- und Austauschprogramm zum demografischen Wandel in Deutschland und China statt.

Austausch mit Wissenschaftlern der Renmin-Universität

Im Mittelpunkt standen die gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen einer alternden Bevölkerung sowie Fragen der Langzeitpflege, der sozialen Sicherung und des Zusammenhalts zwischen den Generationen. Deutsche Experten kamen dabei mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Studierenden sowie Vertreterinnen und Vertretern chinesischer Hochschulen, Forschungseinrichtungen, staatlicher Institutionen und der Praxis in unterschiedlichen Formaten ins Gespräch.

Besuch des Seniorenheims Longzhen

Bei den wissenschaftlichen Austauschveranstaltungen an der Renmin Universität und der Peking Universität diskutierten die Teilnehmenden aktuelle Entwicklungen, Forschungsperspektiven und politische Ansätze zum demografischen Wandel in beiden Ländern vergleichend. Thematisiert wurden unter anderem die Weiterentwicklung der Langzeitpflege, die Finanzierung und institutionelle Ausgestaltung sozialer Sicherungssysteme sowie das Zusammenspiel von Staat, Kommunen, Familie und weiteren gesellschaftlichen Akteuren. Der Austausch war bewusst systemvergleichend angelegt. Im Vordergrund stand nicht die Übertragung einzelner Modelle, sondern die Frage, wie unterschiedliche institutionelle und politische Rahmenbedingungen auf ähnliche demografische Herausforderungen reagieren.

Ergänzend zum wissenschaftlichen Austausch besuchte die Delegation mehrere Einrichtungen der Altenpflege und Seniorenbetreuung in Peking. Durch die Besuche vor Ort und Gespräche mit Mitarbeitenden und Fachkräften erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die institutionelle Organisation und praktische Umsetzung von Pflege- und Unterstützungsangeboten in China. Dabei wurden auch konkrete Herausforderungen älterer Menschen im Alltag, bei der gesundheitlichen Versorgung, im Hinblick auf ihren Pflegebedarf und bei der gesellschaftlichen Teilhabe sichtbar. Zudem ging es um die gesellschaftlichen, institutionellen und ressourcenbezogenen Voraussetzungen für die Umsetzung entsprechender Maßnahmen sowie um Einsatzmöglichkeiten, Potenziale und Grenzen von Künstlicher Intelligenz und digitalen Technologien in der Altenpflege. Die Praxiseinblicke ermöglichten es, politische und theoretische Fragestellungen mit konkreten Erfahrungen vor Ort zu verknüpfen.

Gespräch mit dem China National Committee on Ageing

Darüber hinaus fanden Gespräche mit der Deutschen Botschaft Peking sowie mit dem China National Committee on Ageing (CNCA) statt. Im Mittelpunkt standen die Entwicklung der chinesischen Politik im Bereich Alterung und Pflege sowie aktuelle Herausforderungen. Beide Seiten äußerten Interesse daran, den fachlichen Austausch fortzuführen und weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit auszuloten.

Zum erfolgreichen Verlauf der Veranstaltung haben zahlreiche Beteiligte und Partner beigetragen. Unser besonderer Dank gilt Prof. Dr. Heinz Rothgang und Prof. Dr. Matthias Freise für ihre fachlichen Impulse und ihre Beiträge zu den Diskussionen. Ebenso danken wir unseren chinesischen Partnerinstitutionen sowie allen Expertinnen und Experten und Teilnehmenden. Ihr Engagement, ihre Perspektiven und ihre Beiträge haben den Austausch inhaltlich bereichert und zu einer vielfältigen Diskussion beigetragen.